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Die Feldsteinkirche zu Lichterfelde

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Die Steine meiner Kirche predigen. Sie predigen jetzt über siebenhundert Jahre.
Sie predigen nicht Sehenswürdigkeit, nicht schöne Lage, sie predigen IHN.
Sie predigen unaufdringlich einem ganzen Dorf, ohne zu ermüden.
Den Gleichgültigen, den Zweifelnden, den Suchenden, den Sicheren.
Sie predigen in einer Sprache, die jeder versteht, jeder zu jeder Zeit.
Irgendwann schaut immer jemand herauf. Keiner kommt hier ohne Predigt vorbei.
Stelle ich mich unter den Turm, bin ich klein und verstumme.
Berühre ich das Gestein und lehne mich an, habe ich festen Halt.

(nach Detlef Block)

HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.
Psalm 26,8

Vorgestellt:
Die Evangelische Kirche Lichterfelde im Barnim

Über die Entstehung des Kirchengebäudes gibt es keine schriftlichen Überlieferungen.
Das älteste Kirchenbuch von 1584 - 1597, das eventuell Aussagen zur Entstehung des Gebäudes hätte geben können, wurde 1657 bei einem Überfall auf das Dorf von marodierenden Soldaten vernichtet. Aus der Geschichte der Besiedelung des Gebietes östlich der Elbe und der Dorfentwicklung, insbesondere des Rittergutes Lichterfelde, lassen sich jedoch auch die einzelnen Phasen des Kirchenbaues der ersten Jahrhunderte ableiten.
Auf den ersten Blick scheint die Lichterfelder Kirche ein einheitlich geplantes Bauwerk zu sein. Die Feldsteinkirche entspricht dem Baustil der Mark Brandenburg. Betrachtet man aber die einzelnen Teile des Baukörpers und besonders das Mauerwerk, stellt man bald fest, daß sie aus verschiedenen Bauphasen stammen.
Die älteste Bauphase zeigt sich im Altarraum. Man vermutet, daß dieser Teil im 13. Jahrhundert von den Zisterziensermönchen als Kapelle errichtet wurde. Der spätere Anbau des Langhauses zeichnet sich durch regelmäßig behauene Granitsteine aus. Baugeschichtlich paßt die Erbauung in die letzten Jahre des
13. Jahrhunderts. Der aus Mischmauerwerk errichtete Turm ist als letzter Bauteil entstanden, vermutlich im 15. Jahrhundert.
Das Aussehen der Kirche hatte in den ersten Jahren nicht das Bild von heute. Die Dächer waren vermutlich nicht aus Steinziegeln. Rohrdächer und Schindeldeckungen waren damals verbreitet. Die Fenster waren schießschartenartig hoch angelegt. Der hölzerne Turmaufbau war nicht vorhanden. Im Innern schloß eine flache Balkendecke den Raum ab. Das Langhaus und der Chorraum (Altarraum) waren durch einen Zwiegbogen sichtbar getrennt, der heute nicht mehr besteht. Umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten in den nachfolgenden Jahrhunderten führten schließlich zum heutigen Aussehen der Kirche. Die Kirche hat im Innern folgende Abmessungen:

Turm: 5,30 x 6,55 m
Kirchenschiff: 14,27 x 9,40 m
Chorraum: 9,15 x 6,70 m
Höhe Turm 33,00 m.

Unter dem Fußboden des Altarraumes befinden sich mindestens zwei gemauerte Grabgewölbe der Familie von Sparr, den Erbauern des benachbarten Schlosses.
Im südlichen Chorraumanbau befindet sich ebenerdig die Grabkammer der Familie v. d. Groeben. Über der Grabkammer befindet sich die "herrschaftliche Loge". Zu ihr gelangte man ursprünglich über einen Treppenaufgang am Ostgiebel, der ein Fachwerkbau war (1972 abgetragen). Der mächtige Quaderturm mit seinen über 2 m dicken Mauern bildet den westlichen Abschluß des Gebäudes. Der 1716 errichtete hölzerne Turmaufsatz mit einem Pyramidendach aus Ziegeldachsteinen war durch Witterungseinflüsse mehrfach starken Zerstörungen ausgesetzt. Die letzte Großreparatur erfolgte im Jahre 1975.
In den Jahren 1726 -1728 erfolgte die grundlegende Umgestaltung des Kirchenraumes. Aus dieser Zeit stammt der architektonisch gegliederte Kanzelaltar mit polygonalem Korb und Vasenaufsätzen. So bietet er sich heute wieder dem Betrachter dar. Das Baumaterial ist Holz, bemalt und marmoriert. Die ursprüngliche Bemalung hatte man in den letzten Jahrhunderten mehrfach überstrichen. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1989 - 1994 entfernten die Fachleute mehrere Farbschichten über der ursprünglichen Bemalung und retuschierten die Originalmalerei.
An der Rückwand des Altars ist noch die Original-Inschrift über die Renovierungsarbeiten aus dem Jahre 1728 erhalten.
Eines der schönsten Kunstwerke der Lichterfelder Kirche ist die hölzerne Taufe aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Baukörper ist aus Eiche und oktonal gegliedert. Gliedernde Schmuckelemente und Knaggen, Ecksäulen und figürliche Darstellungen in den Rundbogenfeldern verleihen der Taufe eine einzigartige Schönheit in der eher bescheidenen Ausstattung der Kirche. In den Rundbogenfenstern sind acht Apostel dargestellt. Zur Taufe gehört eine getriebene Messingschale, eine Schenkung der Familie Torge, einer alten Schulzenfamilie aus Lichterfelde.
Im Jahre 1680 ließ der damalige Gutsbesitzer und Patron ein Grabdenkmal für sich und seine Ehefrau in der Kirche errichten. Das Doppelepitaph besteht aus zwei Teilen, die von architektonisch gestalteten Umrahmungen eingefaßt sind.
Über dem Epitaph ist das Wappenschild der Familie v. d. Groeben angebracht.
An der nördlichen Wand befinden sich drei Kindergrabsteine der Familie von Sparr. Diese Steine waren bis 1989 links neben dem Altar im Fußboden eingelassen.
Beim Umbau der Kirche in den Jahren 1726-1728 erfolgte erstmals der Einbau eines kleinen Orgelwerkes. Das jetzt sichtbare Orgelgehäuse stammt aus dem Jahre 1836. Ab 1975 war die alte Orgel nur noch bedingt spielbar. Sie wurde unter Erhaltung des Orgelgehäuses von der Eberswalder Orgelbaufirma Fahlberg komplett erneuert und 1995 wieder in den Dienst genommen. Die in alter Schönheit entstandene Orgel
hat 7 Register, 324 Zinnpfeifen und 135 Holzpfeifen.
Das Kirchengelände ist von verschiedenen massiven Mauern, zum Teil aus Feldsteinen, umgeben und hat eine Abmessung von 57 x 53 m. Das Kirchengelände war bis in das 19. Jahrhundert der Friedhof in Lichterfelde. Restliche Grabstellen befinden sich noch an der südöstlichen Seite. Dort befindet sich auch das Grab der Heimatdichterin Anna Karbe (1852-1875), das von der Kirchengemeinde erhalten und gepflegt
wird.

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Jahreslosung 2017:

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26 (E)

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