Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Lichterfelde

Partnergemeinden

 

PARTNERSCHAFTSKREIS LICHTERFELDE
der Kirchengemeinden Waldniel und Lichterfelde

Die Hof- Kirchen am Niederrhein
Ein Besuch bei der Partnergemeinde in Waldniel

Dank hochmotivierter, ehrenamtlicher Gemeindeglieder auf beiden Seiten gelang es uns diesmal wieder, vom 28. Juni bis 1. Juli mit einem Kleinbus nach Waldniel am Niederrhein zu fahren. Um 7 Uhr trafen sich im Altenhofer Gemeindehaus 4 Männer und 4 Frauen zum Reisesegen. Wir baten um Gottes Schutz und Segen für die Fahrt und unser Manfred Fröhlich fuhr uns dann sicher über die ca. 700 km Autobahnen. Ohne Stau und Hitze kamen wir nach 15 Uhr in Waldniel an. Es gab einen freudigen Empfang bei Xaver und seiner lieben Veronika mit den dortigen Gliedern aus der Partnerschaft. Viele Grüße und Neuigkeiten aus der Gemeinde wurden übermittelt. Am Abend berichtete Pfr. Thummes über die Geschichte der calvinistisch geprägten Kirchengemeinde Waldniel, die zum großen Teil aus den Flüchtlingen des 16. und 17. Jahrhunderts entstanden ist. Wie viele andere Kirchen in der Region blickt auch diese auf eine über 350 Jahre alte Tradition. Die Kirchen waren eher klein und schlicht, ohne Altar, Kanzel, Kreuz und Blumen. Allein Gottes Wort, die Predigt, sollte im Mittelpunkt stehen. Dies sollten wir am nächsten Tag noch mehrfach sehen und hören. Nach dem gemeinsamen Singen des Liedes „Der Tag, mein Gott ist nun vergangen“ verabschiedeten wir uns in die Quartiere.
Am nächsten Tag, es war sehr warm (zeitweise über 35 °C) besuchten wir die nieder- rheinischen Hofkirchen in Wassenberg, Süchteln und Jüchen. In den Kirchen hatten wir überall eine interessante Führung. Es gehörte viel Mut und Glaube dazu, sich im 16. Jahr- hundert vom katholischen Glauben zu trennen. Die ersten protestantischen Christen trafen sich in Kellern und Scheunen und wurden unterdrückt. Erst nach dem 30 jährigen Krieg durften im Jülicher Land erste Steinkirchen errichtet werden; allerdings mit hohen Auflagen: kein Eingang von der Straße, kein Turm und keine Glocke. Auch durften die Protestanten nicht auf katholischen Friedhöfen(andere gab es nicht) beerdigt werden. Damals gingen Prädikanten auf Kollektenreisen nach Holland oder England, um einen Kirchenbau zu ermöglichen. Erst durch Napoleon ab 1804 gab es eine formelle Gleichberechtigung von Katholiken und Protestanten. Interessant war für uns Lutheraner die Vielfalt der protestantischen Gemeinden, denn unser Glaubensübertritt verlief ja ganz anders.
Am späten Nachmittag besuchten wir die Waldnieler Heimatstube mit vielen interessanten Informationen. Abends gab es eine herrliche Abkühlung in Xavers Pool und süßen Kirschen vom Baum.
Der Sonntag, ein sehr heißer Junitag, begann mit einem Familiengottesdienst. Viele Eltern waren mit den Kindern da, die anschließend zum Teil noch auf Pilgertour gingen. In der Predigt stand das Gebet im Mittelpunkt. Gemeinsam sangen wir den Kanon „Lasst uns miteinander singen...“. Das taten wir mit Füßen, Bewegung und Händen. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagsmahl in Timmermans Gasthof, wieder bei großer Hitze.
Am Nachmittag besuchten wir dann noch die neugestaltete Gedenkstätte für die Opfer der NS-Psychatrie in Waldniel-Hostert. Hier wurden im 3. Reich über 100 geistig behinderte Menschen, zumeist Kinder,  umgebracht. Zum Abschluss hörten wir noch den Psalm 36 vorgetragen von Frau Zöhren.
Wieder im Gemeindezentrum Waldniel berichtete Achim Schwabe sehr eindrucksvoll über die dortige Flüchtlings- und Asylarbeit im Landkreis. Die anschließende Diskussion war sehr offen und aufschlussreich. Von den Erfahrungen der Waldnieler können wir sehr viel lernen.
Die Begegnung in Waldniel war wieder für alle Beteiligten eine große Bereicherung. Immer gab es abends interessante Gespräche mit den Gastgebern. Die Nächte wurden nie lang. Leider verging die Zeit viel zu schnell und kein Abschied bleibt ohne Tränen. So trafen wir uns am nächsten Tag noch einmal in der Kirche. Pfarrer Ulland gab uns den Reisesegen.

Partnertreffen Waldniel 2019

Am Parkplatz bildeten wir noch einen großen Kreis und sangen das Lied „Komm Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“. Manfred fuhr uns wunderbar mit Gottes Engel und ohne Stau zurück nach Lichterfelde. Danke Manfred und danke den Waldnielern für all ihre Zeit und ihre Gastfreundschaft.

Diakon Edwin Winterfeld


 

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