Seit wann gibt es den Islam? Ursprung, Entwicklung und Bedeutung

Der Islam entstand im frühen 7. Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel und geht auf den Propheten Mohammed zurück, der zwischen 570 und 573 nach Christus in Mekka geboren wurde. Etwa im Jahr 610, als er ungefähr vierzig Jahre alt war, empfing Mohammed die ersten göttlichen Offenbarungen, die später zum Koran wurden und das Fundament des islamischen Glaubens bildeten.

Die Entstehung des Islam wird häufig mit dem Jahr 622 verbunden. Damals verließen Mohammed und seine Gefolgsleute Mekka und fanden Zuflucht in Medina. Dieses Ereignis, die Hidschra, markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung und damit das erste muslimische Jahr. Von diesem Zeitpunkt an ist eine eigenständige muslimische Gemeinschaft historisch belegt.

  • islam existiert seit etwa 1400 Sonnenjahren,
  • nach dem islamischen Mondkalender sind es rund 1443 Mondjahre,
  • islamische Zeitrechnung orientiert sich am Mondkalender,
  • der gregorianische Kalender basiert auf dem Sonnenjahr,
  • neben dem Koran sind auch Mohammeds Lehren und sein Vorbild zentral für Muslime.

Seine Lebensgeschichte ist eng mit Mekka und Medina verbunden. Weltweit bekennt sich inzwischen mehr als zwei Milliarden Menschen zum Islam. Damit ist er nach dem Christentum die zweitgrößte monotheistische Religion der Welt. Die Entwicklung des Islam lässt sich sowohl durch religiöse Überlieferungen als auch durch wissenschaftliche Forschung nachvollziehen – ein entscheidender Schlüssel zum Verständnis des Islam bis in die Gegenwart.

Wie und wo entstand der Islam im 7. Jahrhundert?

Im 7. Jahrhundert nahm der Islam seinen Anfang in Mekka, einer Stadt auf der Arabischen Halbinsel. Im Mittelpunkt dieser jungen Religion steht der Prophet Mohammed. Etwa um das Jahr 610 n. Chr., im Alter von ungefähr 40 Jahren, erlebte er am Berg Hira seine ersten Offenbarungen, vermittelt durch den Erzengel Gabriel. Über einen Zeitraum von insgesamt 22 Jahren erhielt Mohammed weitere Botschaften, die später im Koran zusammengefasst wurden – dem heiligen Buch und Leitfaden für Muslime.

Zu jener Zeit war Mekka ein florierendes Handelszentrum und galt zugleich als bedeutender religiöser Ort. Die Bewohner verehrten zahlreiche Gottheiten und lebten nach polytheistischen Traditionen. Mit seiner Verkündigung des Glaubens an nur einen Gott, Allah, stellte Mohammed die bisherigen Bräuche grundsätzlich infrage – was bei vielen Einwohnern auf heftigen Widerstand stieß.

  • seine Familie,
  • enge Freunde wie Abu Bakr,
  • ali ibn Abi Talib.

Die ersten Unterstützer fand Mohammed vor allem in seinem engsten Kreis: seine Familie sowie enge Freunde wie Abu Bakr oder Ali ibn Abi Talib standen früh an seiner Seite. Dennoch verbreitete sich die neue religiöse Botschaft zunächst nur langsam, da sie bestehende gesellschaftliche Ordnungen herausforderte und die etablierten Machtverhältnisse bedrohte.

Der Begriff „Islam“ bedeutet so viel wie „Hingabe an Gott“ und wurde zum Namen dieser monotheistischen Glaubensrichtung gewählt. Der Koran bündelt zentrale Glaubensinhalte sowie ethische Leitlinien für das Zusammenleben unter den Gläubigen.

Ein Wendepunkt in den Anfängen des Islam war die Hidschra: Im Jahr 622 n. Chr. verließ Mohammed mit seinen Anhängern Mekka und wanderte nach Medina aus. Dort gewann die noch junge Gemeinschaft politisch an Einfluss und konnte ihre Lehren weiter verbreiten.

Heute ist durch zahlreiche historische Quellen belegt, dass der Ursprung des Islam im frühen 7. Jahrhundert liegt – als Mohammed erstmals als Prophet hervortrat, göttliche Eingebungen empfing und eine Bewegung ins Leben rief, deren Ideen heute mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit folgen.

Die Rolle von Mohammed und die ersten Offenbarungen

Im Islam wird Mohammed als der letzte Prophet und Gesandte Gottes verehrt. Er wurde zwischen 570 und 573 n. Chr. in Mekka geboren und lebte bis 632. Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte er im Alter von etwa vierzig Jahren: Im Jahr 610 empfing er auf dem Berg Hira seine ersten Offenbarungen, die ihm nach islamischer Überlieferung durch den Erzengel Gabriel (Dschibril) übermittelt wurden.

Die anfänglichen Botschaften legten besonderen Wert auf den Glauben an einen einzigen Gott, betonten aber ebenso soziale Gerechtigkeit sowie die Verantwortung jedes Menschen gegenüber Allah. Für Mohammed bestand darin sein Auftrag – diese Lehren öffentlich zu verbreiten. Dieses Vorgehen führte jedoch zu einem tiefen Konflikt mit der polytheistischen Gesellschaft seiner Heimatstadt Mekka.

Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg – ungefähr 22 bis 23 Jahre – erhielt er fortlaufend göttliche Mitteilungen, die später den Koran bildeten, das zentrale heilige Buch des Islam. Während dieser Zeit blieb Mohammed nicht nur ein Verkünder; er wirkte auch als geistlicher Führer, Prediger und Gesetzgeber.

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Seine Rolle beschränkte sich keineswegs auf das Weitergeben göttlicher Offenbarungen. Als Prophet prägte er das religiöse Leben seiner Anhänger entscheidend. Er etablierte ethische Grundsätze und führte religiöse Praktiken wie das Gebet oder das Fasten während des Ramadan ein.

  • glaube an einen einzigen Gott,
  • betonung sozialer Gerechtigkeit,
  • verantwortung jedes Menschen gegenüber Allah,
  • etablierung ethischer Grundsätze,
  • einführung religiöser Praktiken wie Gebet und Fasten während des Ramadan.

Zunächst fanden sich Unterstützer vor allem in seinem engsten Kreis. Zu seinen ersten Gefolgsleuten zählten Familienangehörige sowie enge Freunde wie Abu Bakr und Ali ibn Abi Talib, die ihn früh begleiteten. Trotz erheblicher Widerstände hielt Mohammed an seiner Mission fest und wurde so zum Mittelpunkt einer neuen Glaubensgemeinschaft.

Nach muslimischer Auffassung stellen sämtliche Koranverse unmittelbare Worte Gottes dar, vermittelt einzig durch Mohammed selbst. Seine prophetische Autorität bleibt für Muslime unumstritten, während sein Lebenswandel (die Sunna) auch heute noch als Vorbild dient.

Mit seinem Tod im Jahr 632 endeten die Offenbarungen endgültig; erst danach wurde der Koran gesammelt und schriftlich fixiert. Die Bedeutung des Propheten wirkt bis heute fort – sie beeinflusst weltweit nicht nur religiöse Praxis, sondern auch Rechtssprechung sowie die Identität der islamischen Gemeinschaft maßgeblich.

Die Hidschra und der Beginn der islamischen Zeitrechnung

Im Jahr 622 n. Chr. verließen Muhammad und seine Anhänger ihre Heimatstadt Mekka und wanderten nach Medina aus – ein Schritt, der als Hidschra bekannt wurde. Mit ihrer Ankunft dort bildete sich erstmals eine eigenständige muslimische Gemeinschaft, was einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Islams darstellte und zugleich den Beginn der islamischen Zeitrechnung markiert.

Diese Zeitrechnung startet mit dem ersten Jahr nach der Hidschra und orientiert sich am Mondkalender, dessen Jahr etwa 354 Tage umfasst. Deshalb verschieben sich islamische Feiertage im Vergleich zum gregorianischen Kalender jährlich um etwa elf Tage nach hinten – ein deutlicher Unterschied zur Sonnenzeitrechnung des Westens.

Der Auslöser für die Hidschra war die Bedrohung durch Verfolgung in Mekka: Muhammads Botschaft vom einzigen Gott stieß auf Widerstand, da sie den herrschenden religiösen Vorstellungen widersprach. In Medina hingegen fand er Unterstützer, erhielt politischen Einfluss und konnte Verantwortung für die neue Glaubensgemeinschaft übernehmen.

  • muhammad und seine Anhänger verließen Mekka aufgrund von Verfolgung,
  • in Medina fanden sie Unterstützer und politischen Einfluss,
  • die Hidschra markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung,
  • der islamische Kalender basiert auf dem Mondjahr mit etwa 354 Tagen,
  • islamische Feiertage verschieben sich jährlich um ca. elf Tage nach hinten.

Mit der Entstehung dieser ersten Umma entstand nicht nur eine religiöse Bewegung; vielmehr entwickelte sich hieraus auch das Fundament einer neuen gesellschaftlichen Ordnung. Der Islam wurde so zur tragenden Säule gemeinschaftlichen Lebens.

Das Jahr 622 bleibt bis heute Ausgangspunkt für alle weiteren Daten im Islam. Seither sind etwa 1400 Jahre nach Sonnenzeit oder rund 1443 Jahre nach dem Mondkalender vergangen – je nachdem, welche Zählweise man bevorzugt. Auch heute noch bildet dieser Kalender die Grundlage für sämtliche wichtigen Feste und Ereignisse innerhalb des Islams.

Der Koran, Hadithe und die Glaubenslehren im frühen Islam

Der Koran gilt als das bedeutendste heilige Buch im Islam. Muslime sind davon überzeugt, dass er das unverfälschte Wort Gottes darstellt. Der Prophet Mohammed empfing diese Offenbarungen innerhalb von ungefähr 22 bis 23 Jahren – vermittelt durch den Erzengel Gabriel. Erst nach Mohammeds Tod wurde der Koran vollständig zusammengestellt, was etwa zwischen 650 und 656 n. Chr. unter der Leitung des Kalifen Osman geschah.

Für Gläubige ist der Koran nicht nur das Herzstück ihres Glaubens, sondern auch die Grundlage für islamische Lehre und Rechtsprechung. Allerdings steht er nicht allein da: Die sogenannten Hadithe ergänzen ihn. Dabei handelt es sich um Überlieferungen von Aussprüchen, Taten und Zustimmungen des Propheten Mohammeds, die zunächst mündlich weitergegeben und später schriftlich festgehalten wurden. Besonders bekannte Sammlungen wie Sahih al-Buchari oder Sahih Muslim entstanden ab dem neunten Jahrhundert.

Zusammen bilden Koran und Hadithe das Fundament des islamischen Glaubenslebens, besonders in den Anfängen der Religion. Zahlreiche zentrale Prinzipien lassen sich daraus ableiten, zum Beispiel:

  • monotheismus, also der Glaube an einen einzigen Gott (Allah),
  • individuelle Verantwortung vor Gott,
  • moralische Leitlinien für das Zusammenleben.

Aus diesen Quellen ergeben sich außerdem die fünf Säulen des Islam:

  • das Glaubensbekenntnis (Schahada),
  • das rituelle Gebet (Salat),
  • die Pflicht zur Abgabe von Almosen (Zakat),
  • das Fasten im Ramadan (Saum),
  • die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch).

Diese grundlegenden Handlungen sind für jeden Muslim verpflichtend.

Darüber hinaus liefern Koran und Hadithe gemeinsam ein umfassendes Regelwerk für das islamische Rechtssystem. Sie bestimmen sowohl den Ablauf religiöser Rituale als auch familiäre Angelegenheiten, Strafrecht und soziale Wertevorstellungen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten Gelehrte daraus unterschiedliche Rechtsschulen mit eigenen Auslegungen.

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Die ersten muslimischen Gemeinschaften orientierten sich eng an diesen Schriften; sie galten als maßgebliche Richtschnur für ihren Alltag – sei es beim Glauben, in moralischen Fragen oder bei rechtlichen Entscheidungen. Bis heute prägen diese Texte Identität, Lebenspraxis und Rechtsverständnis in allen Regionen mit muslimischer Bevölkerung nachhaltig.

Die Entwicklung des Islam auf der Arabischen Halbinsel

Nach der Auswanderung Muhammads nach Medina im Jahr 622 n. Chr. nahm die Entwicklung des Islam dort rasch Fahrt auf. Muhammad festigte in der neuen Heimat den Zusammenhalt unter den Gläubigen, die als Umma bezeichnet wurden, und schuf innovative religiöse sowie gesellschaftliche Strukturen, um das Miteinander zu organisieren.

  • das regelmäßige gebet,
  • das spenden von almosen (zakat),
  • das fasten im monat ramadan.

Diese Vorschriften galten für alle Mitglieder der Gemeinschaft und wurden einheitlich praktiziert. Die Zahl der Anhänger wuchs schnell – zum einen durch die Verkündung des Glaubens, zum anderen durch zahlreiche Stämme aus der Umgebung, die sich dem Islam anschlossen.

Das soziale Gefüge in Medina basierte auf gegenseitiger Unterstützung und klar definierten Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe. Zum ersten Mal wurde hier ein politisches Modell etabliert, bei dem spirituelle Leitung und weltliche Herrschaft in einer Person vereint waren. Muhammad trat sowohl als Prophet als auch als Gesetzgeber und Anführer auf.

  • zwischen 622 und 630 fanden immer mehr arabische stämme ihren weg zur jungen religion,
  • darunter etwa die banu aws oder banu khazradsch,
  • während viele bündnisse friedlich geschlossen wurden, kam es gelegentlich auch zu bewaffneten konflikten,
  • das neu geschaffene system trug dazu bei, dass sich der islam rasch über medina hinaus verbreitete,
  • weitere regionen der arabischen halbinsel wurden erreicht.

Mit der Einnahme Mekkas im Jahr 630 änderte sich die Lage grundlegend: Zahlreiche Einwohner akzeptierten daraufhin den Islam, was dessen Verbreitung nochmals erheblich beschleunigte. Bis zum Tod Muhammads zwei Jahre später gehörte nahezu die gesamte Halbinsel zur muslimischen Gemeinschaft.

So entstand innerhalb weniger Jahre nicht nur eine neue Religion mit verbindlichen Regeln, sondern auch eine stabile Gesellschaftsordnung unter Muhammads Leitung – ein Fundament für die weitere Expansion in der Region.

Islamische Expansion: Von Mekka über Medina in die Welt

Nach der Auswanderung Mohammeds nach Medina setzte eine rasante Ausbreitung des Islams ein. In der Oasenstadt bildete sich zunächst eine neue Gemeinschaft, die schon bald an Einfluss gewann. Von den beiden bedeutenden Städten Mekka und Medina aus verbreitete sich der Glaube schnell über die gesamte Arabische Halbinsel. Innerhalb weniger Jahrzehnte erreichte der Islam durch militärische Unternehmungen und florierenden Handel auch Gebiete weit über Arabien hinaus, darunter Nordafrika, Spanien sowie Teile Asiens.

Die Einnahme von Mekka im Jahr 630 markierte einen Wendepunkt: Zahlreiche arabische Stämme schlossen sich daraufhin dem Islam an. Noch zu Mohammeds Lebzeiten entstanden sowohl friedliche Allianzen als auch zwangsweise unterworfene Bündnisse mit benachbarten Stämmen außerhalb Medinas.

Nach dem Tod des Propheten im Jahr 632 führten seine Nachfolger – die Kalifen – die Expansion energisch weiter. Innerhalb eines Jahrhunderts gelang es muslimischen Heeren, das Sassanidenreich zu besiegen und weite Landstriche des Byzantinischen Reiches in ihre Kontrolle zu bringen:

  • syrien (636),
  • ägypten (642),
  • persien (651),
  • später nordafrika,
  • weite teile des heutigen spaniens ab 711 nach Überschreiten der Straße von Gibraltar.

Doch nicht allein militärischer Erfolg trieb diese Verbreitung voran. Handelskontakte zwischen arabischen Kaufleuten und den Städten rund ums Mittelmeer oder bis nach Zentralasien waren mindestens ebenso entscheidend für die Bekanntmachung der neuen Religion. Karawanen verbanden Orte wie Mekka, Medina, Damaskus oder Kairo mit Regionen südlich der Sahara sowie mit Indien – auf diesen Wegen gelangten religiöse Überzeugungen genauso wie gesellschaftliche Normen weit über ihre Ursprungsregion hinaus.

  • mekka bewahrte seinen rang als spirituelles zentrum,
  • medina entwickelte sich zum administrativen mittelpunkt für muslime in der frühzeit,
  • kairouan in nordafrika wurde zu einer kulturellen hochburg,
  • córdoba auf der iberischen halbinsel prägte die islamische kultur,
  • zahlreiche städte dienten als zentren für handel und geistiges leben.

Die islamische Expansion veränderte nachhaltig politische Strukturen: Neue Verwaltungssysteme wurden eingeführt, lokale Machthaber entweder integriert oder ersetzt und Rechtsprechung zunehmend an koranische Vorgaben angepasst. Rasch entwickelte sich der Islam so zur prägenden Kraft über Generationen hinweg – vom äußersten Westen Afrikas bis nach Südostasien, getragen sowohl von militärischer Stärke als auch intensiven wirtschaftlichen Netzwerken.

Islamische Herrschaft und Kalifate nach dem Tod Mohammeds

Nach dem Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 n. Chr. übernahmen die Kalifen die Leitung der islamischen Gemeinschaft. Als unmittelbare Nachfolger des Propheten trugen sie entscheidend dazu bei, den jungen Islam in politischer, religiöser und militärischer Hinsicht zu festigen.

Die ersten vier Amtsinhaber – Abu Bakr, Umar ibn al-Khattab, Uthman ibn Affan sowie Ali ibn Abi Talib – werden als rechtgeleitete Kalifen bezeichnet. Ihr Wirken prägte die Anfangszeit des Islam nachhaltig.

  • abu Bakr führte als erster Kalif die Muslime zusammen und setzte sich erfolgreich gegen innere Aufstände durch,
  • unter Umar ibn al-Khattab (634–644) wuchs das islamische Reich rasant: Syrien fiel 636 an die Muslime, Ägypten wurde 642 erobert und Persien bis zum Jahr 651 unterworfen,
  • uthman ibn Affan sorgte dafür, dass der Koran in einer verbindlichen Fassung festgehalten wurde und erweiterte das Herrschaftsgebiet bis nach Nordafrika und Zentralasien,
  • ali ibn Abi Talib musste sich mit inneren Spannungen und politischen Konflikten innerhalb der muslimischen Gemeinschaft auseinandersetzen, was letztlich zur Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten führte.
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Die rasche Ausbreitung unter den frühen Kalifen veränderte dauerhaft Gesellschaft und Verwaltung im Nahen Osten sowie in Nordafrika. Neue Verwaltungsstrukturen wurden eingeführt, lokale Machthaber entweder ersetzt oder integriert und bestehende Gesetze schrittweise an islamische Prinzipien angepasst.

Das Vorbild des Kalifats legte den Grundstein für bedeutende Dynastien wie das Umayyaden- oder Abbasidenreich. Die Entwicklungen nach 632 n. Chr. bildeten das Fundament eines weitreichenden Imperiums auf drei Kontinenten – ein Erbe, das Politik und Kultur vieler Länder tief geprägt hat.

Bis heute gelten die rechtgeleiteten Kalifen als Symbol für eine Epoche religiöser Aufrichtigkeit und dynamischer Ausbreitung unmittelbar nach Mohammeds Tod; ihre Taten leben im kollektiven Bewusstsein der islamischen Welt weiter fort.

Die Bedeutung des Islam als monotheistische Weltreligion

Der Islam zählt neben Judentum und Christentum zu den bedeutendsten monotheistischen Glaubensrichtungen. Im Zentrum steht die Überzeugung von einem einzigen Gott, Allah, der als allmächtig, barmherzig und unvergleichlich gilt. Der Begriff „Islam“ lässt sich mit Hingabe an Gott übersetzen und unterstreicht die Ausrichtung der Gläubigen auf dessen Willen.

Muslime bilden eine weltweite Gemeinschaft – die Umma –, zu der über zwei Milliarden Menschen gehören. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte monotheistische Religion weltweit.

Ein zentraler Aspekt ist die Vorstellung von Gottes Einheit (Tauhid). Anhänger des Islam lehnen sowohl Polytheismus als auch die Vorstellung einer göttlichen Dreifaltigkeit konsequent ab. Die Religion versteht sich als Weiterführung und Vollendung des Monotheismus, wie er in Judentum und Christentum wurzelt – allerdings mit Mohammed als abschließendem Propheten. Dieses Selbstverständnis prägt das Bewusstsein vieler Muslime bis heute.

Dem Koran kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Er hebt hervor, dass jede Person Verantwortung für das Gemeinwohl trägt. Werte wie soziale Gerechtigkeit und gegenseitige Unterstützung sind grundlegend für das Miteinander im islamischen Alltag.

  • glaubensbekenntnis (Schahada),
  • gebet (Salat),
  • almosengeben (Zakat),
  • fasten während des Ramadan (Saum),
  • pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch).

Diese fünf Säulen verdeutlichen, wie eng Verbundenheit und gemeinschaftliche Praxis im Islam verankert sind.

Im Lauf der Geschichte hat der Islam zahlreiche Kulturen in Asien, Afrika und Europa beeinflusst – politisch ebenso wie durch wissenschaftliche Errungenschaften oder künstlerische Ausdrucksformen. Sein Einfluss erstreckt sich weit über rein spirituelle Fragen hinaus; er wirkt bis heute auf gesellschaftliche Normen, Rechtsordnungen und den Alltag vieler Länder ein.

So bietet der Islam einen umfassenden Rahmen für individuelles wie kollektives Leben unter Führung eines einzigen Gottes – ein wesentlicher Grund für seine weltweite Bedeutung bis in unsere Zeit hinein.

Historische Quellen und Forschung zur Entstehung des Islam

Die Entstehung des Islam wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Fachleute greifen dabei auf eine Vielzahl von Quellen zurück: Neben dem Koran, der als zentrales Fundament der islamischen Glaubenslehre gilt, spielen auch die Hadithe sowie frühe biografische Schriften über Muhammad und Berichte zur ersten muslimischen Gemeinschaft eine zentrale Rolle. Während der Koran die Grundzüge des Glaubens beschreibt, liefern die Überlieferungen der Hadithe zahlreiche Einzelheiten zu Muhammads Leben und Wirken.

  • neben religiösen Texten wie dem Koran und den Hadithen werden zeitgenössische nichtmuslimische Chroniken analysiert,
  • archäologische Funde und Inschriften aus dem 7. Jahrhundert werden ausgewertet,
  • Stammesgenealogien und frühe biografische Werke, wie das Sirat-Werk „Das Leben des Propheten“ von Ibn Ishaq aus dem 8. Jahrhundert, fließen in die Forschung ein,
  • frühe Sammlungen von Hadithen ab dem 9. Jahrhundert ergänzen die Analyse,
  • vergleichende Studien mit christlichen und jüdischen Quellen derselben Epoche werden durchgeführt.

Die ältesten Fragmente des Korans lassen sich auf das späte 7. oder frühe 8. Jahrhundert datieren – vollständige Handschriften tauchen jedoch erst im 9. Jahrhundert auf. Analysen ergeben, dass im frühen Korantext mehrere Lesarten existierten, bis Kalif Uthman zwischen 650 und 656 n.Chr. eine verbindliche Version festlegte.

  • archäologische Belege direkt aus Mekka oder Medina sind selten,
  • münzen mit islamischer Prägung ab etwa 680 n.Chr. liefern wertvolle Hinweise,
  • bauinschriften und Überreste früher Moscheen ergänzen das Bild um wichtige Details.

Die moderne Wissenschaft setzt verschiedene Methoden ein, um das Alter historischer Dokumente zu bestimmen:

  • textkritik,
  • paläographie,
  • naturwissenschaftliche Datierungen wie Radiokarbonanalysen an Pergament.

Forscher vergleichen häufig islamische Quellen mit christlichen und jüdischen Zeugnissen derselben Zeit, um Parallelen in Theologie und gesellschaftlichen Strukturen zu erkennen.

So entsteht ein vielschichtiges Bild vom Ursprung des Islam: Religiöse Schriften wie der Koran stehen gleichberechtigt neben zahlreichen außerislamischen Quellen im Zentrum der wissenschaftlichen Rekonstruktion dieser Epoche. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dabei wesentliche Eckpunkte wie die Hidschra im Jahr 622 n.Chr., Muhammads erste Offenbarungen ab etwa 610 n.Chr., den Beginn der islamischen Zeitrechnung sowie die rasche Herausbildung einer eigenständigen muslimischen Gemeinschaft im frühmittelalterlichen Arabien.

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